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Zecken: Irrtümer und Wissenslücken
Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit steigt die Zeckengefahr in Österreich. Hochsaison haben die Blutsauger witterungsbedingt von März bis November. Mag. Karin Isolde Schmaranzer
Viele Irrtümer kursieren rund um das Thema Zecken; so sind Zecken – entgegen der weit verbreiteten Annahme – nicht nur zur sonnigen Jahreszeit aktiv, sondern das ganze Jahr über. Der Großteil vermutet die lästigen Krabbeltiere nur zwischen Frühling und Herbst. Irrtümer bestehen auch bezüglich der Aufenthaltsorte von Zecken. Zecken sind in Gräsern, Sträuchern und Wäldern besonders stark verbreitet; sie können aber überall im Freien lauern – auch in Städten. Beinahe jeder Dritte glaubt, dass Zecken von Bäumen auf den Menschen herunter fallen. Jeder Zehnte ist der Ansicht, dass Zecken sowohl von oben herunter fallen, als auch von unten auf den Menschen krabbeln können. Dabei halten sich Zecken vor allem in Gräsern und Sträuchern bis maximal 1,5 Metern Höhe auf. Beim Joggen, Spazierengehen oder Radfahren sind sie so auf der richtigen Höhe, um von Menschen abgestreift zu werden. Die richtige Entfernung
So schützen Sie sich!

© Sebastian Kaulitzki
Wird man dennoch einmal von einer Zecke gestochen, so ist die rasche Entfernung wichtig, um das Risiko einer Krankheitsübertragung möglichst gering zu halten. Dabei wird zumeist zur Pinzette gegriffen oder eine spezielle Zeckenzange verwendet. Mit beiden Werkzeugen werden Kopf und Körper umfasst und die Zecke gerade herausgezogen. Die weit verbreitete Annahme, dass Zecken herausgedreht werden müssen, ist ein Irrglaube und eher kontraproduktiv, denn Zähnchen auf den Widerhaken der Zecke können sich dabei ins Gewebe graben, was zu Hautentzündungen bzw. zur Entleerung von infektiösem Material in die Wunde führen kann. Die Blutsauger mithilfe von Öl zu entfernen ist ein fataler Fehler, denn durch Öle, Alkohol, Nagellackentferner oder ähnliche Substanzen wird die Zecke gereizt. Sie gibt dadurch schneller Erreger in die Wunde ab, wodurch die Übertragungsgefahr erhöht wird. Viele Betroffene suchen zur Zeckenentfernung auch einen Fachmann auf. Das wirksamste und effektivste Instrument zur Entfernung von Zecken sind Zeckenkarten, mit denen alle Zeckengrößen sehr einfach und hautschonend entfernt werden können.
Der Zeckenstich selbst ist nicht schmerzhaft und wird daher auch nicht bemerkt. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der Körper daher nach Zecken abgesucht werden. Da die Krabbeltiere vor allem zu Beginn sehr klein sind, sollte man genau schauen und bestimmte Körperstellen besonders untersuchen. Zecken bevorzugen Körperstellen mit dünner Haut, an denen es warm ist. Das betrifft beim Menschen speziell die Kniekehlen, Bereiche unter den Armen und zwischen den Beinen sowie den Haaransatz im Nacken. Auch an unerwarteten Stellen wie beispielsweise hinter den Ohren können sich Zecken festsetzen. Vorbeugend sollte besonders bei längeren Aufenthalten im hohen Gras oder Unterholz anliegende Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen getragen werden sowie die Hosenbeine in die Socken gesteckt werden. Mit heller Kleidung, an der Zecken noch vor dem Stich leichter entdeckt werden, dem Absuchen des Körpers und im Fall eines Stichs raschen und richtigen Entfernen wird die Zeckengefahr deutlich reduziert. Nehmen Sie auch unbedingt das Angebot der FSME-Zecken-Schutzimpfung in Anspruch – Ihr Apotheker informiert Sie dazu gerne.
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